Präventionstag 2019 - Information breit gefächert und motivierend präsentiert

"Prävention - Substantiv, feminin - Vorbeugung, Verhütung (z. B. in Bezug auf eine Krankheit oder zur Verbrechensbekämpfung)"

So lesen wir es im Duden. Ein nicht immer attraktives Thema, das es aber auch in diesem Jahr wieder an die Jugendlichen der IGS Gerhard Ertl heranzutragen.

So wurden für die Jahrgangsstufen 7 - 12 verschiedene zielgenaue Angebote geschnürt, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Lesen Sie hier bitte weiter

Klassenstufe 7

Datenschutz will gelernt sein - Gefahren im Netz erkennen

Ein Aspekt des diesjährigen Präventionstags – die Datensicherheit - schlug vor kurzem hohe Wellen bis hinauf in die Spitzen der Politik. Und eigentlich sollte jeder heute wissen, dass man sich vor dem Missbrauch persönlicher Daten schützen muss. Denn Datenschutz will gelernt sein – und das am besten schon in der Schule.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 wurden am diesjährigen Präventionstag der IGS Gerhard Ertl auf vielfältige Weise für die für Gefahren, die ihnen beim Umgang mit modernen Medien begegnen können, sensibilisiert.

Whatsapp, Facebook, Instagram, Snapchat, Tumblr, Pinterest, YouNow – die Welt der Social-Media-Dienste gehört heute zum Alltag von Jugendlichen. Sie bieten vielfältige und attraktive Möglichkeiten. Aber nicht immer sind sich Jugendliche der Gefahren bewusst, die auch bei scheinbar harmloser Nutzung entstehen können. Das Thema Datenschutz und die möglichen Folgen waren deshalb ein wichtiges Thema in den Workshops der Jahrgangsstufe 7. Lehrerin Sonja Klinger betonte: „ Die Erkenntnis, dass im Netz Gefahren drohen können und stets eine gewisse Vorsicht geboten ist, ist ein erster wichtiger Schritt.

Unterstützung erhielten die Lehrerinnen und Lehrer dabei von Experten, welche die Themen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung aus der Praxis lebensnah ergänzten. Jens Rosenbaum, Jugendsachbearbeiter der Polizeiinspektion Bingen, informierte beispielsweise über die gesetzlichen Hintergründe: Was ist erlaubt, ab wann wird es kritisch und wann wird es sogar ein Straftatbestand?

Vanessa Kuschel vom Frauennotruf Mainz, konnte mit umfangreicher Erfahrung als Kinderschutzkraft in der Präventions- und Jugendarbeit das Thema „Sexting“ offen ansprechen. Diese technologiegestützte Form des Flirtens und das damit verbundene Verschicken von Fotos können besonders für Mädchen schnell mit schwerwiegenden Problemen verbunden sein, die durch unerlaubte Datenweitergabe entstehen und dann kaum noch zu beheben sind. Vor einem unreflektierten Ausprobieren muss deshalb eindringlich gewarnt werden.

Großer Dank gilt in diesem Zusammenhang der Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen, Frau Göhl, die diesen speziell auf die Mädchen zugeschnittenen Vortrag von Frau Kuschel finanziell möglich gemacht hat.


Klassenstufe 8

Immer den Durchblick behalten - Die 8er auf dem Klarsichtparcours

Es war ein Mitmach-Parcours, bei dem den Schülerinnen und Schülern am diesjährigen Präventionstag so einiges klar wurde! Zum Beispiel, wie eingeschränkt man in seinen Reaktionen auch nach geringem Alkoholgenuss sein kann.

Dazu dienten beispielsweise die sogenannten Rauschbrillen, mit denen verschiedene Promillestärken simuliert werden können. Und die Schülerinnen und Schüler wunderten sich nicht schlecht, dass man dann weder Kleingeld aus der Tasche holen und sicher zählen kann, noch mit einem Schlüssel einfach die Tür aufsperren kann oder einen leichten Hindernis-Parcours bewältigen kann.

Das Ganze war unterhaltsam und produzierte viel Spaß und Gelächter, aber jeder, der die „Drunk Buster“ ausprobiert hatte, war sich darüber im Klaren, dass er oder sie nicht mehr Herr über sich selbst war. Und das machte schon nachdenklich.


Klassenstufen 9 und 10

Ohne den erhobenen Zeigefinger

Mit dem erhobenen Zeigefinger kann man Jugendliche in den seltensten Fällen erreichen. Aber aufschlussreiche Informationen, Beispiele aus der eigenen Erfahrung und dazu eine abwechslungsreiche Präsentation sind in der Lage, nachhaltig auf Gefahren durch Süchte aufmerksam zu machen und vorzubeugen.

Viele wichtige Informationen und eindrückliche Beispiele, die viele Schülerinnen und Schüler nachdenklich machten, hatten dazu die Referenten der Polizei im Gepäck. Sie zeigten den Lernenden der 9. Klassen auf, welche drastischen und oft auch tödlichen Folgen Alkohol oder Drogen im Straßenverkehr mit sich bringen können.

Eindrucksvoll gestalte sich auch der Stand des Kinderschutzbundes Mainz, der das Thema gesunde Ernährung zum Schwerpunkt genommen hatte. Eigentlich keine „klassische“ Sucht, aber Sarah Mundstock von der Sprendlinger Gruppierung des Kinderschutzbundes erklärte die Wahl so: „Gerade heute, wo es mehr und mehr industriell gefertigte Lebensmittel gibt, in denen wirklich überall Zucker enthalten ist, ist es notwendig, auch darüber aufzuklären.“ Großen Anklang – neben den leckeren und gesunden Snacks des Standes - fand deshalb auch ein Schätzspiel, bei dem der Zuckergehalt bekannter und beliebter Nahrungs- und Genussmittel geraten werden musste.

Auch die Caritas Mainz e.V. mit Sitz in Bingen hatte einen Informationsstand aufgebaut und nahezu lebensechte Babypuppen mitgebracht. Allerdings Babys, welche die schrecklichen Folgen von Alkohol- oder Drogenkonsum während der Schwangerschaft aufwiesen und den Schülerinnen und Schüler drastisch den fatalen Einfluss dieser Gifte vorführte.
Die schlimmen Folgen von exzessivem Drogenkonsum, das daraus folgende Abgleiten in die Kriminalität, ein Gefängnisaufenthalt und den mühsamen und anstrengenden Weg aus dieser Abhängigkeit heraus in ein normales Leben schilderte den Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe ein Betroffener genauso wie ehemalige Alkoholabhängige alle zum Nachdenken brachten.


MSS

Aktiv für die Demokratie - MSS 12 diskutiert zum Thema Extremismus in unserer Gesellschaft

Driftet unsere Gesellschaft auseinander? Wachsen die extremistischen Milieus an? Wie gefährlich ist der wachsende Populismus? Ist ein Großteil der Jugend bereits politikverdrossen? Die Schülerinnen und Schüler der MSS 12 der IGS Gerhard Ertl widmeten sich nicht nur im Unterricht mit großer Ernsthaftigkeit und Gründlichkeit diesen drängenden und höchst aktuellen Fragen.

Anlässlich des Präventionstages der Schule waren dazu ausgewiesene Experten nach Sprendlingen gekommen, die in verschiedenen Workshops gemeinsam mit den Lernenden diverse Fachthemen bearbeiteten.

Der Theologe Dr. Türk informierte und diskutierte mit den Schülerinnen und Schülern über die Formen des christlichen Fundamentalismus, der Islamwissenschaftler Mohammed Murtaza über islamisch motivierten Extremismus. Den Stand der Dinge aus Sicht des Innenministeriums vermittelten Herr Müller und Frau Blahnik und der Landtagsabgeordnete Michael Hüttner konnte aktuelle Erfahrungen aus der politischen Praxis im rheinland-pfälzischen Landtags beisteuern.

Radikalisierungsprozesse stellen jede demokratische Gesellschaft vor große Herausforderungen, egal ob sie politisch oder religiös motiviert sind, denn sie akzeptieren die zentralen Werte und Normen einer demokratischen Gesellschaft nicht.

In der abschließenden Podiumsdiskussion stellten sich den Experten dann den Fragen von Ana Kegler und Joelle Boller (beide MSS 12). Sozialkundelehrer Oliver Henning zeigte sich mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Tages sehr zufrieden. „ Ganz besonders hat mich gefreut, dass wir an diesem Tag durch die Teilnahme von Wissenschaftlern einerseits und aktiven Politikern eine Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis hatten.“

Herzlichen Dank an dieser Stelle sagen wir auch unserem Förderverein; nur durch dessen Spende konnten in vielen Klassenstufen die zahlreichen Angebote trotz hoher Kostenintensität realisiert werden!