Physikunterricht mit hohem Unterhaltungswert

An der IGS Gerhard Ertl geht man auch einmal unkonventionell an Themen der Naturwissenschaft heran. Ausgerüstet mit Messsensoren für Beschleunigung sowie GPS-Apps auf Smartphone und Tablet besuchten 27 Schüler der Grund- und Leistungskurse Physik (MSS 11 und 12) Anfang September den Europapark Rust, um dort den Kräften der Physik auf die Spur zu kommen.

Immer höher, immer schneller werden Achterbahnen in Freizeitparks, aber die Geschwindigkeit allein macht eine Fahrt nicht aufregend. Denn es sind die Beschleunigungen, die das eigentliche Erlebnis auf einer Achterbahn ausmachen. Sie können dazu führen, dass man sein eigenes Gewicht nicht mehr spürt und sich für einen Moment schwerelos fühlt.

Begleitet von ihren Physiklehrern Mathias Wenzel und Tim Renker untersuchte ein Teil der Schüler diese Kräfte auf verschiedenen Achterbahnen. „Auf der „Silverstar“-Achterbahn konnten wir eine maximale Beschleunigung von ca. 3,5g messen, das ist das 3,5-fache der Erdbeschleunigung“, stellte Wenzel fest. „Bei dieser Beschleunigung und einer Geschwindigkeit von 115 km/h wurde man schon recht kräftig in die Sitze gedrückt“.

Den Schwingungen und Kreisbewegungen ging der andere Teil der Schüler auf dem „Vindjammer“ (Schiffschaukel), dem „Wiener Wellenflieger“ (Kettenkarussell) und der Tiroler Wasserbahn nach und sie vermaßen die mechanischen Schwingungen. Auch im „Vindjammer“ waren die Schüler bei minimaler Beschleunigung sehr nah an der Schwerelosigkeit, was sie - jeweils im oberen Umkehrpunkt - auch deutlich durch das Abheben von den Sitzen spürten.

Die vielen gewonnenen Messdaten werden im Physikunterricht ausgewertet und eine Projektmappe erstellt. „ Die Begeisterung für den Physikunterricht konnten wir an diesem Tag und auf diese Weise noch einmal ankurbeln“, fassten die beiden Lehrer sehr zufrieden das Ergebnis des Tages zusammen.