Große Namen der Wissenschaft - Neue Gestaltung des Chemieflurs

Dass Professor Dr. Gerhard Ertl, der Namensgeber unserer Schule, mit seinem Bild vor den Chemieräumen vertreten ist, überrascht eigentlich nicht. Aber seit einiger Zeit schmücken Portraits weiterer bedeutender Wissenschaftler dieses Fachs den früher recht kahlen Gang: Sie tragen so berühmte Namen wie Niels Bohr, Marie und Pierre Curie, Clara Immerwahr und Fritz Haber.

Vor der Gestaltung kam die Recherche

Vorausgegangen war eine Zusammenarbeit der AG Schulhausgestaltung, vor allem Frau Arndt, und der Kunstlehrerin Teresa Wenz, die zusammen mit interessierten Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 zunächst eine gründliche Recherche zu bedeutenden Chemikerinnen und Chemikern durchführten. Danach entstand die Idee, dass der Betrachter in den dargestellten Personen ein etwa lebensgroßes Gegenüber finden sollte. Die Fertigstellung der Bilder fand dann vor allem im Leistungskurs Bildende Kunst statt.

Einblick auch in die Praxis der Malerei

Besonders interessant für die SchülerInnen war dabei, dass sie bei dem Projekt einen tiefen Einblick in die Praxis der Malerei bekamen: dies reichte von der Motivsuche über die Herstellung der Keilrahmen bis hin zum Mischen der Farben und der Wahl des richtigen Pinsels. Nicht zuletzt wurde den Schülern aber auch immer wieder handwerkliches Geschick abverlangt, insbesondere bei der Hängung im Flur. Zu den gezeigten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen sind an den Türen jeweils QR-Codes zu finden, die es den Schülern erlauben, sich näher über diese Forscher zu informieren.

Wissenschaft und Verantwortung

Bei der Bildgestaltung war es den Beteiligten wichtig, dass nicht nur die positiven Errungenschaften für die Menschheit durch die Wissenschaft gezeigt werden, wie z.B. die Produktionssteigerung in der Landwirtschaft durch mineralischen Dünger, die aufgrund der Ammoniaksynthese von Fritz Haber (Haber-Bosch-Verfahren) erreicht werden konnte. Wissenschaftler und Politiker tragen auch immer große Verantwortung, wenn es um die Art der Verwendung der Forschungsergebnisse geht.

Bilder bieten Anlass zur Diskussion

Die Forschungsergebnisse von Fritz Haber dienten beispielsweise im Ersten Weltkrieg dazu, Giftgas für den Einsatz an der Front herzustellen. Mit der Darstellung des Giftgases und der Soldaten mit Gasmasken auf den Bildern soll dies nicht verschwiegen werden, auch wenn das Betrachten deutliches Unbehagen bereitet. „Die Bilder sollen auch im unterrichtlichen Alltag Anlass zu Diskussionen geben, um sich über die Verantwortung von Wissenschaft und ihren Platz in der Gesellschaft klar zu werden“, betonte Teresa Wenz.