Gemeinsam gegen Sucht und Extremismus: Der Präventionstag an der IGS Gerhard Ertl

von Katharina Diehl Knieriemen und Marlie Metzler

Klarsichtparcours, Schülerparlament und Improtheater – mit sehr unterschiedlichen Inhalten und Methoden wurde an der IGS Gerhard Ertl der alljährliche Präventionstag begangen. Ziel der Veranstaltung ist es, die Schüler sensibel zu machen für die Gefahren von Rauschmitteln, Computerspielen und Cybermobbing, aber auch politischem Extremismus vorzubeugen. Mit tatkräftiger Unterstützung der Schulsozialarbeit und zahlreicher außerschulischer Partner wie Polizei, Caritas, das Theater requisit oder Kreuzbund wurden diese Themen altersgemäß in allen Klassenstufen bearbeitet.

Gemeinsam gegen Sucht und Extremismus: Der Präventionstag an der IGS Gerhard Ertl

Klarsichtparcours, Schülerparlament und Improtheater – mit sehr unterschiedlichen Inhalten und Methoden wurde an der IGS Gerhard Ertl der alljährliche Präventionstag begangen. Ziel der Veranstaltung ist es, die Schüler sensibel zu machen für die Gefahren von Rauschmitteln, Computerspielen und Cybermobbing, aber auch politischem Extremismus vorzubeugen. Mit tatkräftiger Unterstützung der Schulsozialarbeit und zahlreicher außerschulischer Partner wie Polizei, Caritas, das Theater requisit oder Kreuzbund wurden diese Themen altersgemäß in allen Klassenstufen bearbeitet.

„Gut gewählt“ sei zum Beispiel das Thema für Klassenstufe 5, sagte eine betreuende Tutorin. Die Schülerinnen und Schüler, die sich jetzt ein halbes Jahr kennen, wuchsen in verschiedenen Teambuilding-Spielen zusammen und stärkten ihre Klassengemeinschaft, weil es gemeinsam viel leichter ist, den Problemen des Erwachsenwerdens zu begegnen. So konnte man den ganzen Tag über Schülerpärchen durchs Haus laufen sehen, bei denen ein Partner die Augen verbunden hatte und fürsorglich von einem Mitschüler geführt wurde.

Sicherheit im Netz und Datenschutz waren die Themen in den Klassenstufen 6 und 7. Während sich die Schülerinnen und Schüler der Stufe 6 kritisch mit dem Thema Cybermobbing auseinandersetzten, bekamen die 7er Besuch von der Polizei und externen Beratern des Frauennotruf Mainz, die sie über Bildrechte, Datenschutz und richtiges Verhalten in sozialen Netzwerken aufklärten.

In den Stufen 8 und 9 standen die Gefahren des Alkohol-, Nikotin- und Rauschmittelkonsums auf dem Plan. Der von der Schulsozialarbeit organisierte Klarsichtparcours war nach Aussagen von Schülern „echt cool“. Bei diesem Parcours lernen die Schüler beispielsweise mit Hilfe von bestimmten Brillen, wie Alkohol die Wahrnehmung verändert. Den Film „Komasaufen“ bewerteten die Jugendlichen allerdings als „ziemlich heftig“. Dass Alkohol ein tödliches Gift ist, das auch einen jungen Menschen töten kann, war zuvor kaum einem Schüler bewusst.

Ziel der Maßnahme ist es allerdings nicht, die Schüler zu Abstinenzlern zu machen, sondern für die Gefahren von Alkoholmissbrauch zu sensibilisieren und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln. Folgerichtig wurden in Klassenstufe 9, noch einmal unterstützt von der Polizei, die Rechte und Pflichten junger Verkehrsteilnehmer thematisiert. Als besonders spannend für die 9er erwies sich außerdem der Besuch von Mitarbeitern des Vereins Kreuzbund. Ehemalige Suchtkranke sprachen mit den Schülern offen und ganz persönlich über ihr Leben mit Drogen und die Folgen. Die Tutoren stellten fest: „Eine persönliche Ansprache von Betroffenen oder Erklärungen durch einen Polizisten hinterlassen einfach mehr Eindruck als die Ermahnungen eines Lehrers. Die Botschaft kommt bei den Schülern so viel besser an!“

Vertieft wurden diese Erfahrungen in Klassenstufe Zehn. Die Schülerinnen und Schüler erhielten eine exklusive Vorstellung der Improtheatergruppe requisit, die ebenfalls aus ehemaligen Suchtkranken besteht. Auch hier erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit sich mit den Schauspielern zu unterhalten und zeigten sich betroffen und beeindruckt von diesen direkt übermittelten Erfahrungen.
Die Oberstufe setzte sich mit der Thematik politischer Extremismus auseinander. Um praktisch zu erproben, wie komplex sich politische Arbeit gestaltet, gründeten die Elftklässler ein Schülerparlament, das die Feierlichkeiten zum Abitur demokratisch legitimiert organisieren soll. Die Motivation der Schüler war hoch, im Plenum und in Ausschüssen selbstständig etwas auf die Beine zu stellen.

Hoch aktuell gestaltete sich die Podiumsdiskussion für und mit Schülerinnen und Schülern der zwölften Klassenstufe, die mit fünf hochkarätigen und fachkundigen Vertretern aus Politik und Gesellschaft besetzt war. Dr. Murtaza, Arben Kukaj, Roland Schäfer, Michael Hüttner und Dr. Türk widmeten sich der Frage, wie gefährlich politischer Extremismus für unsere Demokratie und freiheitliche Gesellschaft ist und was wir gemeinsam aber auch jeder Einzelne dagegen tun können. Referenten, Schülerinnen und Schüler äußerten sich besorgt zu gegenwärtigen Entwicklungen wie dem neuen Antisemitismus und der Hochkonjunktur von Verschwörungstheorien im Internet.

Es war ein abwechslungsreicher und informativer Tag für die Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen. Ein herzliches Dankeschön geht an die finanziellen Unterstützer - die Kreisverwaltung Ingelheim und die Landeszentrale für Gesundheitsförderung sowie das Ministerium für Soziales, Arbeit , Gesundheit und Demographie - daneben an die zahlreichen Helfer und Referenten, die Organisatoren und Lehrkräfte, die den Tag mit viel Engagement bunt und lebendig gestalteten.