„Dieses Stück ist herzerwärmend und charmant!“ – Gemeinsamer Theaterbesuch des Kurses Darstellendes Spiel

von Sarah Süeda Yildizhan

Die Schülerinnen und Schüler des Kurses Darstellendes Spiel besuchten am 22. Januar das Theaterstück „Sophia, der Tod und ich“ nach dem Roman von Thees Uhlmann. Für die Elftklässler war dies der erste gemeinsame Besuch des Staatstheaters in Mainz.

Im Unterricht hatte der Kurs den Besuch bereits vorbereitet. Zunächst wurde die zentrale Fragestellung des Stückes diskutiert: Wie würde ich selbst reagieren, wenn plötzlich der Tod vor mir stünde? Anhand von Aufnahmen einzelner Szenen wurden die Überlegungen in den Kontext des Stückes übertragen. Und da im Vorjahr die Zwölftklässler sogar eine Führung durch das Theater erhielten – mit Blick hinter die Kulissen – waren die Erwartungen hoch. Und die Schülerinnen und Schüler wurden nicht enttäuscht.

Die Vorstellung fand in der Ruine gegenüber dem großen Haus statt. Schon beim Betreten merkte man, dass dies kein gewöhnliches Theaterstück war. Ein Mann saß auf einer Couch auf der Bühne und hieß alle in seinem „Wohnzimmer“ willkommen. Er wies die Besucher auch darauf hin, den Teppich nicht mit Schuhen zu betreten. Diese bizarre Situation weckte sofort das Interesse bei den Zuschauern.

„Sophia, der Tod und ich“ handelt von einem Mann, der vom Tod besucht wird und in wenigen Minuten sterben soll. Plötzlich klingelt jedoch die Ex-Freundin Sophia an der Tür und eine abenteuerliche Reise beginnt, denn auf Grund einer „betrieblichen Störung“ kann der Mann noch nicht sterben. Der lebensfrohe Tod ist begeistert davon, das Leben zu kosten und macht sich zusammen mit dem Mann und Sophia auf den Weg. Die Schülerinnen und Schüler verfolgten gespannt die Reise der ungewöhnlichen Gefährten auf der Bühne.

Ebenso interessant war es, die Bühnennutzung und die Interaktion mit dem Publikum zu beobachten. Denn die Theatertheorie von Bertolt Brecht, die zuvor im Unterricht behandelt wurde, war im Stück deutlich wiederzuerkennen. So wurde beispielsweise regelmäßig die sogenannte Vierte Wand durchbrochen und das Publikum direkt angesprochen. Die Zuschauer wurden durch kleine Interaktionen und Hilfestellungen beim Bühnenumbau zum Teil des Stückes. Einmal hielten zwei Besucher eine Art Holztafel hoch, um die Theke in einer Kneipe darzustellen. An einer anderen Stelle bekam ein Zuschauer ein Klemmbrett und Schlüssel in die Hand gedrückt: Er wurde so zum Motelrezeptionisten.

Zudem wurden Kurzfilme im Hintergrund abgespielt, um die Szenen inhaltlich zu vertiefen. Für die Elftklässler war es dabei interessant zu sehen, wie die einzelnen Bilder den Gang der Handlung abrundeten und inwiefern das Gezeigte mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmte.

Die Bilanz zum Schluss fiel nicht überraschend besonders positiv aus: „Dieses Stück ist herzerwärmend und charmant!“, fasste eine Kursteilnehmerin das Erlebte zusammen, „Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch im Mainzer Staatstheater.“